F a r b e n und L a c k i e r u n g e n

Lackierungen
Kurzeinführung Geschichtliches
Früher waren in der Anfangszeit des Automobilbaus die Lackierungen noch keine wirkliche Lackierungen.
Es wurden mehrere Schichten Material auf die Karosserie gebracht.
Die ersten lackierungen waren ein ewig lange andauernder Prozess.
 
Ursprünglich fanden die ersten Naturlacke aus Harz mit Leinöl, als auch Terpentinöl als Lösungsmittel Verwendung.
 
Erst 1910 entwickelte Ludwig Berend das erste öllösliche Lackkunstharz, das nach dem Ersten Weltkrieg als Kolophoniumharz wesentlich verbessert (vor allem schneller trocknend) durch die Dr. Kurt Albert GmbH in Mainz-Amöneburg unter dem Namen Albertol produziert wurde.
Mit dem Beginn der Serienproduktion in den 1920er Jahren musste auch die Chemie schneller werden, und die schnell trocknenden Nitrocelluloselacke revolutionierten dann Mitte der 1920er Jahre die Autolackierung weltweit.
 
Diese trockneten zwar schnell, erforderten jedoch eine aufwändige Hochglanzpolitur.
 
Daher wurde 1929 in den USA die ersten Alkydharze auf den Markt gebracht. Bei diesen Lacken entfiel die Politur und sie boten auch schon einen guten Schutz gegen chemische, mechanische und umweltbedingte Einflüsse.
Großtechnisch erfolgte die Anwendung in den 1960er Jahren.
In den 1980er und 1990er Jahren wurden hauptsächlich 2-Komponenten-Acrylharze als Bindemittel eingesetzt, die mit einem Isocyanat-Härter vernetzt eine lange Haltbarkeit, gute Verarbeitung, exzellenten UV-Schutz und hohe Beständigkeit z. B. gegen Kraftstoffe, Säuren, Steinschläge etc. auszeichnet.
Gleichzeitig wurden in der Serienproduktion und mittlerweile auch in der Reparatur von Autos Lacke auf Wasserbasis eingesetzt; bisher waren die Harze und Pigmente immer in Lösemitteln gelöst. Durch das Verdunsten der organischen Lösemittel bzw. des Wassers setzen sich Harze und Pigmente ab, bei Zweikomponenten-Systemen werden diese durch Zugabe von Härtern (i. d. R. Isocyanaten) vernetzt und bilden eine harte und belastbare Oberfläche.
 
Seit einigen Jahren werden vermehrt Pulverharze eingesetzt.
Betrachtung:
  • Sinn und Zweck einer Lackierung
  • Lackaufbau
  • Eigenschaften
  • Analyse von Lackschäden
Wozu braucht man überhaupt eine Lackierung
 
Sinn und Zweck
Die Fahrzeuglackierung hate eine ganze Reihe von Aufgaben zu erfüllen, die man beim ersten Hinschauen sicher gar nicht bedenkt.
Sie erfüllt sehr ähnlich wie die Menschliche Haut ganz wesentliche Aufgaben um die darunter liegende Karosserie zu schützen.
So lassen sich grob drei wesentliche Punkte die eine Lackierung zu erfüllen hat bennenen.
  1. Optische Eindrücke
  2. Schutz vor Korrosion und Witterungseinflüssen
  3. Schutz vor Mechanischen Einschüben
Wir erkennen, dass die Fahrzeuglackierung ein sehr wichtiger und wesentlicher Bestandteil der Karosserie ist.
Lackaufbau (Serie)
Vom Lackierprozess kann man die einzelnen Schichten bis hin zum fertigen Klarlack eingrenzen.
Wir sprechen hier von Materialauftrag des blanken Stahlbleches bin zum Endschutz, nämlich dem Klarlack. Im Einzelnen sind die Schichten wie folgt eingeteilt:
Blankes Stahlblech
  1. Zink und Phosphatschicht stärke ca.   5 - 7   mü
  2. Elektrotauchbad (Grund KTL)       ca. 18 - 20 mü
  3. Grundfüllerschicht                          ca. 35 - 42 mü
  4. Basislack                                          ca. 10 - 22 mü
  5. Klarlack                                             ca. 35 - 45 mü
Somit ergibt sich eine ungefähre Gesamtmaterialdicke von ca. 100 - 130 mü.
Natürlich sprechen wir hier vom Lackaufbau bei neuen Serienfahr-zeugen. Daher sind Reparaturlackierungen oder Spezialfahrzeuge natürlich nicht in diese Kategorie einzuordnen.
Lackaufbau (Reparatur)
Stahlblech:
  • Reinigen
  • Schleifen
  • Grundieren mit 2 K Haftgrund (Epoxidharze o. Säureprimer)
  • Grundierfüllern
  • Schleifen mit Grundierfüller
  • Reinigungen
  • Decklackauftragungen mit 1,2 oder 3 Schichten
Verzinktes Stahlblech:
  • Reinigen
  • Schleifen
  • Epoxidharz auftrag
  • Grundierfüllerauftrag
  • Schleifen der Grundierfüllung
  • Erneute Reinigung des Füllerauftrages
  • Decklackauftrag 1 , 2  oder 3 Schichtauftrag
 
  Aluminiumblech:
  •    Reinigen
  •     Schleifen
  •     Grundieren mit 2K Haftgrund ( Säureprimer )
  •     Grundierfüllerauftrag
  •     Schleifen des Grundierfüllers
  •     Reinigen
  •     Decklackauftrag 1 , 2 oder 3 Schichtauftrag
Altlackierungen:
  • Reinigen
  • Schleifen
  • Evtl. Spachtelauftrag
  • Spachtel schleifen
  • Reinigen
  • Grundierfüllerauftrag
  • Schleifen des Grundierfüllers
  • Reinigen
  • Decklackauftrag 1 , 2 oder 3 Schichtauftrag
Lackaufbau in der Reparatur
  • Reinigen
  • Schleifen
  • Grundierfüllerauftrag *
  • Schleifen des Grundierfüllers
  • Reinigen
  • Decklackauftrag 1 , 2 oder 3 Schichtauftrag
    * oder alternativ Naß- in Naß Füller Auftrag
Eigenschaften des Lacks